Leben und Atmung sind unzertrennbar miteinander verknüpft: der erste Atemzug bei der Geburt und andererseits ohne Atem erlischt das Leben nach wenigen Minuten.
Die Atmung, d.h. der physiologische Teil des Atems, ist erklärbar und grundsätzlich erforscht. Der Atem aber, dieses so unmittelbar dem Leben verbundene Phänomen, ist direkt oder indirekt mit jedem Regelkreis im Menschen verbunden wie keine andere Körperfunktion. Wird Atem bewusst erlebt und erfahren, so kann er Weg und Leitseil sein, sich besser wahrzunehmen, die Selbstheilkraft zu wecken und sich für transpersonale Erfahrungen zu öffnen.

Man unterscheidet grundsätzlich drei Atemweisen:

  • der unbewußte Atem wird selten wahrgenommen und erhält uns doch am Leben.
  • der willkürliche oder eingesetzte Atem: durch Wille und Vorstellung bewußt geführter Atem z.B. in der Krankengymnastik, beim autogenen Training, beim Joga und
    Qui- gong
  • der “erfahrbare Atem”: ist eine Atemlehre, die uns lehrt, unseren Atem und Leib wahrzunehmen und mit ihm umzugehen.

Atem und Bewegung - Bewegung aus dem Atem - der Atem in seiner Substanz

“Du möchtest Dich Deinem Atem zuwenden! Atem soll Dir Gesundheit bringen - heißt es; mehr Frische, mehr Leistung, mehr - mehr! Jede Zelle schwingt im Anruf der Bewegung, in Muskeln, Knochen und Organen. Setzt sich fort in alle Sinne. Atembewegung - Urbewegung. Ausdruck dessen, was ich werden kann!”

Der Atem hat eine zentrale Bedeutung, und dennoch bleibt er so unbeachtet. Um zu leben ist er uns unentbehrlich. Es ist aber auch nicht gleichgültig wie wir atmen.

Atemrhythmus ist Lebensrhythmus

Hektik und Stress unseres Alltags sowie Ängste, Lebenskrisen, Bewegungsmangel und Haltungsfehler verändern, wenn sie von Dauer sind, unseren Atemrhythmus und machen uns krank. Unser Lebensrhythmus hat sein Gleichgewicht verloren. Wir atmen schnell, hektisch, oberflächlich, flach und sogar abgehackt. Selten, nur in Ausnahmesituationen, nehmen wir es wahr. Dann haben wir unseren Atemrhythmus schon verloren. Der Atemrhythmus unterliegt einer Gesetzmäßigkeit, die mit dem Urrhythmus des Lebens verbunden ist.

Atem und Vegetativum ist Selbstheilungskraft

Der Atem steht in Wechselbeziehung zu unserem vegetativen Nervensystem, welches durch unseren Willen nicht steuerbar ist. Es ist zuständig für unsere bewußten, aber auch unbewußten Empfindungen und Gefühle. Empfindungen regen unseren Atem an und umgekehrt. Negatives macht uns eng und lassen den Atem nicht zu. Positives, wie Freude und Entspannung, machen uns weit, so daß Sauerstoff mit dem Blut in uns einströmen kann.
Mehr Atem gibt Raum für Körper und Seele, schafft Freiheit und Lebenskraft. Mit weichen Dehnungen und Bewegungen erfahren wir, daß unser Atem immer wieder von selber kommt und wieder geht, und wieder von neuem entsteht.
Unsere Muskeln und Sehnen werden im Einklang von Atem und Bewegung weicher und geschmeidiger. Ein Wohlgefühl stellt sich ein. Unsere gute Empfindung läßt mehr Atem, mehr Körper, mehr Lebensraum entstehen. Unser Körper schöpft den Atem der ihm wohltut. Er verschafft unserer Seele Freiheit und Freude.
Wenn Körper und Seele sich im Wohlgefühl des „Erfahrbaren Atems" finden, verwandelt sich auch der Geist. Eine veränderte Geisteshaltung verhilft uns sorgsamer, verantwortungsbewußter und immer weniger selbstzerstörerisch mit uns selbst, allen Lebewesen und der Natur umzugehen.

Der ganze Mensch ist sein Atem

Der Atem ist nicht einfach nur ein physiologischer Vorgang, der sich zwischen Nase, Mund und Lunge abspielt, sondern uns von den Zehenspitzen bis zu den Fingerkuppen über die ganze Haut beatmet. Innerlich werden alle Organe durch den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxyd optimal versorgt und von Schlackstoffen gereinigt. Gefühle und Empfindungen sind gleichbedeutend am funktionellen Vorgang des Atemimpulses oder Atemreflexes beteiligt.

Der Eutonus ist die gute Spannkraft unseres Atems, unser Gleichgewicht. Er läßt Körper, Geist und Seele als Einheit wachsen. Das Gleichgewicht in uns wahrzunehmen, bedarf des Umgangs mit den Übungen und der Erfahrung mit unserem Atem. Zuwendung und Aufmerksamkeit sind hierbei eine wichtige Voraussetzung. Am Gleichgewicht zu arbeiten, ist ein Weg zu mehr Gesundheit und Heilung.

Atemlehre und Atemtherapie

Der „Erfahrbare Atem" ist eine Atemlehre, die uns über Dehnungen und Bewegungen, Druckpunktarbeit, Einsatz von Stimme - der Vokalraumarbeit, lehrt, unseren Atem und Leib wahrzunehmen und mit ihm umzugehen. Atemtherapie bedeutet, daß die tiefe, umfassende therapeutische Wirksamkeit, nach dem Wesen und Grundsatz des „Erfahrbaren Atems" verstanden, geübt und somit verinnerlicht oder verleiblicht werden kann.
Der „Erfahrbare Atem" behandelt den ganzen Menschen und schließt seine Krankheit mit ein.

„Wir arbeiten am gesunden Teil des Menschen, da wo Atem fließt, vergrößern ihn, so daß der kranke Anteil kleiner werden kann!"        Leitsatz von Prof. I. Middendorf

Die Körper- und Leibarbeit des „Erfahrbaren Atems" unterscheidet sich von anderen Praktiken, die mit dem Atem umgehen, indem er nicht willentlich eingesetzt, forciert oder manipuliert wird. Lange Zeit wurde in der Gymnastik, im Leistungssport, auch in der Krankengymnastik der Atem nicht beachtet und als Einheit in die Bewegung mit eingebunden.

Atem und Bewegung ist unsere
                       natürliche Heilkraft!

Setzen Sie sich einmal ganz vorne auf Ihren Stuhl,
im Büro, in der Küche, wo immer Sie auch sind.
Strecken Sie beide Arme gen Himmel,
und dehnen und rekeln Sie sich ganz gemütlich.
Sie lösen Ihre Arme immer wieder und senken sie,
setzen erneut zur Dehnung an,
nehmen die Beine dazu,
und spüren wie unsere Bewegungen immer geschmeidiger werden.

Unser Atem kommt und geht dabei von selber und entsteht erneut.
Alles schafft uns Raum, die Befreiung, die unser Körper verspürt, löst innere und äußere Verspannungen.
Das können wir eine ganze Weile so fortführen bis ein Wohlgefühl sich einstellt.
Verliert sich dieses, oder ist uns noch nicht so deutlich geworden, sitzen wir in Ruhe und schwingen der Bewegung unseres Körpers und Atems nach.

„Nachschwingen" ein Zauberwort? - was uns fühlen, spüren lässt, dass wir etwas in Bewegung gebracht haben.
Unsere Aufmerksamkeit und Zuwendung lässt uns unseren Atem, den Rhythmus unserer Atembewegung wahrnehmen.
Atem und Bewegung, Bewegung geführt vom Atem verstehen sich als Einheit, so versteht sich die Körper und Leibarbeit mit dem „Erfahrbaren Atem" in seinem Wesen und Grundsatz.

In vielen Übungen, mit dem Einsatz von Stimme und Bewegung wird mit Hilfe unseres Atems der Körper in seinen Räumen erfahren.

Was das bedeutet, und welche Aussagekraft es für unser tägliches Leben, unsere innere Ruhe, unser Wohlbefinden und in Bezug auf Krankheit für uns hat, erfahren Sie, wenn Sie ein wenig weiterblättern wollen.

 

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weitere Informationen erhalten Sie auch unter: www.erfahrbarer-atem.de

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